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09.05.2021

05.03.2021 14:10


Am 8. März - auf in den Kampf!

Mal wieder begrüssen wir den 8. März, den internationalen Frauentag. Dem 8 März 2021 begegnen wir unter den Umständen der Corona Pandemie, die seit einem Jahr die Welt erschüttert und die kapitalistische Krise noch tiefer werden lässt.

Den Werktätigen wird die ganze Last der Pandemie und der Krise aufgebürdet. Aber die ökonomischen und sozialen Folgen treffen die Frauen überall auf der Welt hart. Die Ausbeutung, das Lohn- und Gehaltsdumping und menschenunwürdige Lebensbedingungen sind die Hauptlast, die die Frauen weltweit tragen müssen. Sie sind die ersten, die ihre Jobs verlieren. Die Unterdrückung, Gewalt und der Femizid nahmen zu.

Frauen sind zudem häufig aufgrund ihrer Tätigkeiten den Folgen des Virus stärker ausgesetzt und tragen ein hohes Infektionsrisiko. Viele Frauen, vor allem im Gesundheitswesen, haben schon ihr Leben verloren.

Die Krise verstärkt ihre Prekarisierung immer mehr. Die Frauen, die ohnehin in prekären Arbeitsverhältnissen oder die für die internationalen Monopole in informellen Arbeitszweigen (besonders in Asien, Lateinamerika und Afrika) beschäftigt sind, werden in den unbezahlten Urlaub, in die Kurzarbeit geschickt oder unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und unter Missachtung von Arbeitsschutzmassnahmen weiter beschäftigt. Sie sind auch von Lohnkürzungen und von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen.

Schon jetzt wurden Millionen Leiharbeiter vor die Tür gesetzt. Massnahmen wie unbezahlte Urlaube, Kurzarbeit und Nutzung der jährlichen Urlaubstage kommen vermehrt vor. Sie erleiden einen Einkommensverlust von 80%. Die Zahl der verarmten Werktätigen ist auf ein Vierfaches gestiegen. In Indien, wo fast 90% der Arbeiterinnen in informeller Wirtschaft arbeiten, ist die tägliche Arbeitszeit sogar auf 12 Stunden gestiegen.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie und die ökonomischen und sozialen Folgen des Lockdowns wachsen die Verunsicherung, die existentiellen Sorgen und damit der emotionale Stress. Mit dem Homeoffice und dem Homeschooling verstärkt sich für Frauen die Mehrfachbelastung von Haushalt, Kinder und Altenbetreung und Beruf. Quarantäne und eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit führen zu einem deutlichen Anstieg von häuslicher und sexualisierter Gewalt an Frauen und Kindern. Die Anrufe betroffener Frauen bei den nationalen Hilfe-Hotlines haben in vielen Ländern um 25 bis 30 Prozent zugenommen.

Die Frauen werden laut!

Auf der ganzen Welt sind Frauen Repressionen und entmündigenden Angriffen ausgesetzt. Frauenmorde, Abtreibungsverbote und Gewalt in verschiedenen Facetten sind aktueller denn je. Die Arbeiterinnen werden als billige Arbeitskräfte oder wie moderne Sklavinnen des Arbeitslebens behandelt. Hart erkämpfte Rechte werden immer mehr seitens des ausbeuterischen Machtsystems missachtet und beschnitten.

Dennoch steigt auch die Dynamik des Widerstands der Frauen gegen die Unterdrückung des Machtsystems. In vielen Ländern der Welt kämpfen die Frauen für ihre Rechte, bessere Arbeitsbedingungen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Sie kämpfen für ihre Freiheit und der Unversehrtheit ihrer Körper. Sie leisten Widerstand mittels Streiks, Demos und Aufrufen auf den Strassen. Die Frauen wissen genau: Das kapitalistisch-imperialistische Ausbeutungssystem ist die Ursache der Repressionen.

•      In Irak, Iran und Libanon standen Frauen gegen die schlechte Wirtschaftslage und Korruption an vorderster Front der Demonstrationen.

•      In vielen Ländern der Welt kämpfen die Frauen gegen die Menschenrechtsverletzungen.

•      In Sudan waren sie die Vorreiter des Widerstandes gegen das diktatorische Regime.

•      Im Nahen Osten haben kurdischen Frauen ihre besondere Rolle im Widerstand bewiesen.

•      Der grösste Streik in der Geschichte Indiens war mit der bedeutungsvollen Teilnahme der Frauen verbunden. Sie trugen ihren Ruf nach Freiheit und Gerechtigkeit dem Streik bei.

•      In Frankreich haben Frauen Schulter an Schulter mit den Jugendlichen Aktionen gegen die Rentenreform organisiert.

•      In Deutschland riefen die Frauen nach: “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” , „Auswertung jetzt!“.

•      In der Schweiz hat die Pandemie die Ungleichheit und die Gewalt vorangetrieben, so dass die Frauen dort ihre Forderungen und Widerstände auf die Strasse getragen haben.

•      Weltweit haben Frauen gegen die Abtreibungsgesetze protestiert und um ihre Abschaffung gekämpft. In Polen haben Millionen von Frauen in wochenlangen Protesten Widerstand geleistet. In Argentinien haben sie nach jahrzehntelangen Kämpfen gegen das Abtreibungsverbot endlich den Erfolg genossen. Somit setzten sie ein Zeichen:”Kein Sieg ohne Kampf!

•      Während sich spanischen Frauen lautstark in Streiks gegen Lohnungleichheit und sexuelle Gewalt organisierten, brachten die Frauen in Argentinien, Chile, Pakistan Nikaragua, Mexiko, Bangladesch, Ecuador, Guatemala und der Türkei ihre Wut gegen Frauenmorde mit dem Aufruf „Ni una menos!“ zum Ausdruck.

Kampf für Gleichheit und Freiheit!

In den letzten Jahren hat sich der 8. März auf der gesamten Welt zu Protesten und Frauenstreiks entwickelt, bei denen Millionen von Frauen massiv auf die Strasse gingen. Wir müssen auch dieses Jahr dem historischen Klassencharakter des 8.März gerecht werden und den 8. März in ein Kamptag der Frauen verwandeln.

Die Krise der Pandemie stellt die Menschheit vor die Wahl:

Entweder versinken im barbarischen Kapitalismus oder Befreiung im Sozialismus!

Der kapitalistischen Barbarei ein Ende zu setzen und den Sozialismus aufzubauen ist unsere zentrale Aufgabe. Denn dies ist unsere einzige Hoffnung zur Befreiung aller Frauen und der Menschheit. Dieser Aufruf ist heute aktueller als je zuvor. Der Kapitalismus ist am Ende seines Weges angelangt und kann der Menschheit nichts mehr geben

Aus diesem Grund rufen wir alle Frauen auf: Lasst uns im gemeinsamen Kampf eine Zukunft gestalten, in dem die Menschen in Gleichheit und Freiheit leben können!

Es lebe der 8. März, der internationaler Frauenkampftag